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DEUTSCHLANDS SCHÖNSTER PARK 2009 – Anfang des 18. Jahrhunderts entstand wenige Kilometer südlich von Karlsruhe nach den Entwürfen des Hofarchitekten Michael Ludwig Rohrer ein barocker Garten, der neben zeittypischen Elementen – wie die symmetrisch axiale Gliederung mit Haupt- und Nebenachsen, die Aufstellung von Orangeriepflanzen, die Anpflanzung von regelmäßigen Obstbaumgärten, die Anlage von Laubengängen aus geschnittenen Bäumen und die Gestaltung von Parterres – vor allem gestalterische Bezüge zum böhmischen Schlackenwert, dem „Heimatschloss“ Markgräfin Sybilla Augustas von Baden-Baden, aufwies. Diese zeigten sich besonders in der festungsartigen Abgrenzung des Gartens nach außen mittels Wall, Graben und bastionsartigen Ausbuchtungen und in der Verwendung von Wasserbassins in der zentralen Hauptachse vor und hinter dem Schloss. Ein besonderes, auch bis heute erhaltenes Element ist die Eremitage. Zwischen 1801 und 1805 erfolgte die landschaftliche Umgestaltung des Gartens durch Michael Schweyckert, dem Hofgärtner des Markgrafen Carl Friedrich von Baden-Durlach. Da nach dieser Gestaltungsphase keine größeren Veränderungen erfolgt sind, ist der Garten heute im Wesentlichen so zu erleben, wie er 1805 fertig gestellt wurde. Schweyckert, der in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehrere Jahre zu Studienreisen in Frankreich und England weilte, behielt einige barocke Elemente des Gartens bei und legte den Landschaftsgarten vor allem vor der Hauptfassade des Schlosses und außerhalb der beiden Orangeriegebäude an. Eine große Wiese vor dem Schloss, ein malerischer Weiher mit Bach und markante Baumgruppen und Solitärbäume sind zentrale Elemente des Gartenkunstwerks. Bemerkenswert ist auch, wie Schweyckert in dem Garten die verschiedenen Gestaltungsprinzipien des Landschaftsgartens und des barocken Gartens kombiniert hat. Das Urteil der Jury im Wortlaut;„Der Schlossgarten Favorite ist ein beeindruckendes Gartendenkmal seiner Zeit. Der ursprünglich als barocker Garten angelegte Park wurde bis 1805 von Michael Schweyckert im Landschaftsstil umgestaltet und zeugt von der hohen Gartenkunst des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Bis heute blieb die Parkanlage im Wesentlichen unverändert. Ihrem Charakter entsprechend entzieht sie sich modernistischen Trends und Nutzungen, übertreibt aber nicht mit historisierenden Elementen. Einst dem Adel vorbehalten, erlaubt Favorite heute eine standortgerechte, attraktive Nutzung und präsentiert sich im besten Wortsinne bürgerlich. Der Pflege- und Erhaltungszustand der rund 28 ha großen Parkanlage ist bemerkenswert und zeugt von langjähriger fachkundiger Betreuung und konsequenter Entwicklungsarbeit. Der Schlossgarten Favorite erzielte beim Wettbewerb einen klaren 3. Platz.“
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